Mittwoch, 17. April 2019 19:00 Uhr

Passionsandachten mit Pietà-Darstellungen

Er liegt in ihrem Schoß – der Leichnam ihres Sohnes. Nachdem Jesus vom Kreuz abgenommen wurde, hat Maria diesen Moment mit ihm, in dem sie ihn noch einmal berühren und sich von ihm verabschieden kann. Die Bibel erzählt uns nicht, dass Maria diese Zeit noch gewährt wurde, aber seit ungefähr 800 Jahren wird dieses Motiv in der Bildhauerkunst und der Malerei zur Andacht dargestellt. Menschen können andächtig davor stehen und betrachten, welchen Schmerz die Mutter, die ihr Kind verloren hat, durchmachen muss. Und sie sehen, wie sich in Marias Gesicht auch der Schmerz Jesu spiegelt, den dieser am Kreuz erleiden musste. In diese Betrachtung kann man den eigenen Schmerz über den Verlust von Menschen, über das Leid, das man erleben muss, eintragen und fühlt sich vielleicht weniger allein. Michelangelo hat Maria als junge Frau dargestellt, die kaum älter aussieht als der Jesus, der auf ihrem Schoß liegt. Seine Figuren in Marmor sind sicher die berühmteste Pietà-Darstellung. Er hat sie um 1500 geschaffen und war zu dieser Zeit selber ungefähr so alt wie seine Figuren, etwa Mitte zwanzig. Es gibt natürlich ältere Darstellungen aus dem Mittelalter, aber auch sehr moderne Deutungen, die sich von dem klassischen Aufbau der Szene lösen: Nicht Maria, sondern eine männliche Figur hält einen Leichnam, oder der Leichnam ist eine Frau … Wir laden herzlich zu den Passionsandachten ein, bei denen jeweils eine andere Pietà betrachtet und bedacht werden wird.

Mitwirkende
Matzdorf
Ort
Auenkirche, Wilhelmsaue 119, 10715 Berlin, Deutschland