Osterblog

Ostern feiern die Auferstehung Jesu von den Toten.
Wir feiern den Sieg des Lebens über alles Lebensfeindliche.
Wir feiern das Leben selbst – auch an diesem Osterfest 2020.
Wie wir Lebendigkeit in diesen Krisentagen erfahren, teilen wir hier.
Wann oder wo oder wie oder womit oder mit wem fühlen Sie sich in diesen Tagen lebendig trotz all der Einschränkungen oder Sorgen?
Schreiben Sie uns Ihre Gedanken und schicken Sie uns Ihr Foto an osterblog@auenkirche.de

 

In diesen Tagen der Corona-Zeit sollen wir zuhause bleiben.
Wir sind vielleicht öfter als sonst allein. Es fehlt so viel:
Die direkte Begegnung mit mir lieben Menschen, die Berührung mit ihnen.
Das gemeinsame Singen im Chor, die Gottesdienste in der Karwoche
und zu Ostern.
Und doch fühle ich mich lebendig. Denn ich nehme vieles um mich herum sehr intensiv wahr: die aufblühemde Natur, das Vogelgezwitscher, das wunderbare Wetter. Ich gehe achtsam mit mir selbst und den anderen um - wir wollen doch gesund bleiben. Ich halte inne, bin dankbar für das Vergangene und sage ja zum Kommenden, auch wenn ich noch nicht weiß, wie es sein wird. Ich fühle Kraft und Mut, den vor mir liegenden Weg zu gehen. Ich fühle mich lebendig.
 
 
 
 
 
 
Es ist Gründonnerstag und doch sitze ich zuhause am Schreibtisch und arbeite für die Schule. Eine Aufgabe abhaken und weiter machen. Dann gibt es Mittagessen und anschließend ist es meiner Familie und mir zur Routine geworden, in unseren Schrebergarten zu gehen. Zum Glück ist er nur drei Minuten entfernt. Dort kann ich mich auf eine Decke legen und die Augen schließen. Für einen Moment kann ich alles vergessen. Ich lausche auf die Vögel und den Wind in den Bäumen und Sträuchern. Nur darauf konzentriere ich mich. Nach einigen Minuten öffne ich die Augen und denke nach. Einen Spruch, den ich sehr schön und tröstend finde, rufe ich mir dabei ins Gedächtnis: "Gelobt sei der Herr täglich. Gott legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch." (Psalm 68,20) In diesen Minuten der Stille ganz für mich fühle ich mich lebendig.
 
 
 
 
 
 
 
 
Ich fühle mich lebendig, wenn ich an der frischen Luft bin,
und mit meiner Familie spazieren gehe. Seitdem die Schule geschlossen ist, habe ich einige Rezepte ausprobiert. Das gemeinsame Kochen und Essen in der Familie finde ich gerade jetzt besonders schön. Ich fühle mich auch lebendig, wenn ich mit Freunden telefoniere oder schreibe. 
Normalerweise fühle ich mich in der Schule lebendig. Dort bin ich jeden Tag mit Herausforderungen konfrontiert. Diese zu meistern, mal mehr oder weniger gut, geben mir das Gefühl, etwas geschafft zu haben.
Ich fühle mich durch das Corona Virus gar nicht so eingeschränkt.
Ich bekomme Aufgaben von der Schule, ich kann draußen oder drinnen Sport machen.
Was mir fehlt? Die Gemeinschaft beim Konfirmandenunterricht, oder beim Sport im Verein und gemeinsame Unternehmungen mit Freunden. Ich hoffe sehr, dass sich die Situation bald wieder normalisiert.
 
 
 
 
Seit Beginn der Quarantäne stehe ich morgens nicht mehr um kurz nach sechs auf. Das war immer der Fall, als ich zur Schule gegangen bin. Schon seit 4 Wochen stehe ich morgens immer um 09:00 Uhr oder später auf und das ist so schön. Momentan freue ich mich schon vor dem zu Bett gehen auf das Aufstehen, da in letzter Zeit immer die Sonne so schön durch die Fenster unserer Wohnung leuchtet und alle Räume in ein wunderbares gelb-orangefarbenes Licht badet. Dieses Licht liegt sicher am Frühling, der sich während der Quarantänezeit herbeigeschlichen hat. Direkt nach dem Aufstehen laufe ich zu unserem Balkon, um nach draußen zu blicken. Dabei bewundere ich immer unseren Mandelbaum, der von von Tag zu Tag immer mehr Blüten trägt. Dort am Balkon fühle ich mich am lebendigsten, was so ungewöhnlich ist, da ich mich morgens gewöhnlicherweise nicht wirklich lebendig fühle.
 
 
 
 
 
 
Ich fühle mich super lebendig und echt, wenn ich einen Spaziergang mache und Musik höre. Wenn die Melodie durch meinen Körper getragen wird und der Text erst jetzt einen Sinn für mich ergibt. Wenn die Lichter der Stadt scheinen, als würde es keine Rolle spielen, was um sie herum geschieht. Sie wissen nicht, was passiert. Und solange es Dinge gibt, die trotz der vielen Veränderung im Moment gleich bleiben und die ich genießen kann, lächle ich gerne. Ich erinnere mich an den Sommer und die Wärme und die Freiheit, die ich damals verspürt habe. Ich probiere, genau dieses Gefühl im Kopf zu haben, wenn ich wieder alleine durch die Stadt laufe und mich von meiner Musik umgeben fühle.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Ein normales Leben ist momentan nicht möglich. 
Um aber trotzdem noch raus zu kommen und nicht nur zu Hause zu chillen, 
gehe ich jeden Tagmit mit meinem Vater ca. eine Stunde in den Tiergarten.
Dort spielen wir gemeinsam Fußball - und dabei fühle ich mich lebendig.
Die normalen Sportplätze sind ja auch geschlossen,
deswegen muss man auch etwas kreativ sein,
um eine Stunde mit Fußball zu füllen.
Wir fahren immer gegen 11 Uhr los, damit ich zwar ausschlafen kann
aber nicht bis 14 Uhr schlafe.
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